Reviews

Publication

« Back to Publications

Spohrer, James C.; Soloway, Elliot (1986)

Novice mistakes: Are the folk wisdoms correct?

Communications of the ACM, Vol. 29, No. 7, pp. 624–624.

Tags for this publication · Programmieren lernen · Psychologie des Programmierens · Fehler machen

Google this publication · ScholarGoogle this publication

Reviewer Raimond Reichert (2012-01-09)

Mit dem Ziel, die Lernenden besser zu verstehen, haben Spohrer und Soloway zwei "Binsenweisheiten" zum Thema "Fehler machen" untersucht. Dabei wurden nur sematische Fehler berücksichtigt. Insgesamt wurden 158 kompilierfähige Programme analysiert, die Lösungen zu drei Aufgaben von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad implementieren, mit einem Total von 8'831 Zeilen Pascal-Code. Die Resultate lassen sich prägnant zusammenfassen:

1. Hypothese: Eine kleine Anzahl von Fehlerarten erklärt den Grossteil der Fehler, die Lernende machen. Diese Hypothese erwies sich als korrekt: 32%–46% der Fehler fielen (je nach Aufgabe) in 10% der Fehlerarten; 55% der Fehler in 20% der Fehlerarten. Je nach Aufgabe wurde dabei zwischen 27, 28 und 46 Fehlerarten beobachtet.

2. Hypothese: Die meisten Fehler können einem falschen Verständnis von Sprachkonstrukten zugeschrieben werden. Diese Hypothese konnte nicht bestätigt werden: 52% der Fehler wurden als nicht Sprachkonstrukt-basiert klassifiziert, 9% als Sprachkonstrukt-basiert, 42% fielen in den Graubereich der Klassifikation und könnten entweder-oder klassifiziert werden; aber unabhängig von diesen 42% lässt sich die Hypothese bereits wiederlegen.

Die Autoren ziehen aus diesen Erkenntnissen zwei Schlussfolgerungen für den Unterricht: Es könnte sich lohnen, einige häufige Fehlerarten explizit zu thematisieren, und es sollte mehr Gewicht darauf gelegt werden, wie ein Programm aus einzelnen Bestandteilen zusammengesetzt werden kann, da Kenntnisse der Sprachkonstrukte dafür nicht ausreichend sind.

Permanenter Kurzlink auf diese Seite: http://www.swisseduc.ch/informatik-didaktik/reviews/publications/view/6