So entstanden SOL's QTVR-Panoramen

Aufnahmetechnik

Die einzelnen Fotos wurden mit einer 35mm-Spiegelreflexkamera im Hochformat aufgenommen, um eine möglichst grosse Abdeckung der Landschaft in der Vertikalen zu erreichen. Gelegentlich verwende ich ein 24mm-Objektiv (welches für 360° 12 Aufnahmen nötig macht), aber manchmal kommt ein 14mm-Objektiv zum Einsatz. Damit kann man 360° mit nur 8 Einzelbildern aufnehmen und so Film sparen. 10 oder 12 Bilder ergeben eine grössere seitliche Überlappung. Dies hilft, trotz Vignettierung in den Bildecken einen gleichmässig hellen Himmel zu erhalten. Zudem werden Reflexe besser unterdrückt.

Meine selbstgebaute Kameramontierung stellt sicher, dass die Kamera um das optische Zentrum des Objektivs rotiert. Dadurch werden Parallaxeneffekte vermieden. Ein «Winder» verhindert, dass ich beim manuellen Aufziehen die Orientierung der Kamera unbeabsichtigt verändere (alle kleinen Bilder dieser Seite sind Links zu grösseren Versionen).

In letzter Zeit verwende ich auch einen professionellen Panoramakopf von Manfrotto, an dem man sehr unterschiedliche Winkelschritte einstellen kann. Neuere Panoramen auf Stromboli, Vulcano und Lipari entstanden mit einer Digitalkamera von Nikon. Das Objektiv hat eine Äquivalentbrennweite von 28mm. Dies hat weniger hohe Panoramen zur Folge, hat aber den Vorteil, dass nicht unzählige Dias gescannt werden müssen.

Der Drehtisch

Der obere Teil der Kameramontierung rotiert auf einem Drehtisch (Bild links). Er ist mit drei verschiedenen Winkelskalen ausgerüstet. Diese wurden mit dem Computer gezeichnet, ausgedruckt, aufgeklebt und mit einer Klarsichtfolie abgedeckt:
30° Intervalle (12 Fotos, rote Markierungen)
36° Intervalle (10 Fotos, blaue Markierungen)
45° Intervalle (8 Fotos, grüne Markierungen im gelben Ring)

Drehen der Kamera

Die Kamera wird nach jedem Foto einen Schritt weitergedreht. Wichtig ist es, bei Position 1 anzufangen und darauf zu achten, dass keine Position übersprungen wird. MAn lässt sich leicht durch Reflexe, sich bewegende Objekte oder andere Probleme ablenken. Ich habe schon mehr als ein Panorama verloren, weil nachher ein Bild fehlte oder eins fehlte und dafür ein anderes doppelt vorhanden war. Der etwas mitgenommene Zustand der Montierung zeugt von hartem Feldeinsatz: Als ich beispielsweise ein Panorama auf dem Stromboligipfel aufnahm, war der Scirocco so stark, dass er die ganze Einrichtung trotz schwerem Stativ umblies. Zum Glück konnte ich die Kamera Sekundenbruchteile vor dem Impakt auf dem Boden abfangen...

Wie vermeidet man Reflexe?

Beim Einsatz von Ultra-Weitwinkelobjektiven gerät unweigerlich die Sonne in ein paar der Einzelbilder. Um Linsenreflexe zu vermeiden, stelle ich die Kamera wenn immer möglich im Schatten auf. Gelegentlich muss ich dann sehr nahe an einem hohen Objekt arbeiten, was zu besonders interessanten Bildkompositionen führen kann. Wolken helfen ebenfalls gelegentlich, das Problem von Reflexen zu vermeiden. Zudem sind bewölkte Himmel oft interessanter als monoton blaue.

Wenn nötig decke ich die Sonne aber einfach mit der Hand ab, wie im Bild links. Es ist später weitaus einfacher, im Bildbearbeitungsprogramm die Hand zu entfernen als die Reflexe im stark strukturierten Vordergrund (Bild links aussen). Dunkle Ränder belasse ich im Bild, da sie die Software automatisch herausrechnet.

Nivellieren der Kamera

Eine am Sucher befestigte Wasserwaage hilft beim Einstellen der Vertikalachse der Montierung. Wenn ich Panoramen an einer Küste aufnahme, behelfe ich mir gelegentlich auch mit der Markierung in der Mitte des Schnittbildsuchers. Damit ziele ich in verschiedenen Richtungen auf den Horizont. Dies muss allerdings sorgfältig gemacht werden. Ungenaues Nivellieren führt zu merkwürdig wellenförmigen Horizonten.