Kara für Profis!
Es ist erstaunlich, welche Aufgaben mit endlichen Automaten gelöst werden können. Eine kleine Auswahl von solchen Aufgaben finden Sie hier.
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Kara besucht jedes Labyrinth vollständig! Ein Beitrag von Horst Müller, Institut für Informatik, Universität Erlangen. |
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Obwohl Kara nur seine unmittelbare Umgebung wahrnimmt, kann er diese Aufgabe lösen. Horst Müller bewies 1977 in "A One-Symbol Printing Automaton Escaping from every labyrinth", Computing, Band 19, pages 95-110, 1977, dass ein endlicher Automat beliebige Labyrinthe vollständig besuchen kann. Eine verbesserte Version findet sich in Horst Müller, "Improvements on Printing Mice in Labyrinths", Computing, Band 47, pages 235-246, 1992. Das Unterfangen ist allerdings aufwendig: der von Horst Müller definierte endliche Automat für diese Aufgabe umfasst 7968 Zustände. Kara darf im Vergleich zu "normalen" endlichen Automaten pro Zustandsübergang mehr Befehle ausführen, so dass ein Kara-Automat mit weniger Zuständen auskommen würde. Horst Müller schätzt die benötigte Anzahl Zustände trotzdem noch auf mehrere Hundert...
Weitere Informationen von Horst Müller:
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Kara, die Ameise |
Quellen:
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Kara, der fleissige Biber |
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Was ist mit einer Turing-Maschine berechenbar bzw. entscheidbar und was nicht?
Das Standard-Beispiel eines nicht entscheidbaren Problems ist das Halte-Problem:
eine Turing-Maschine soll entscheiden, ob eine andere Turing-Maschine
je anhält oder nicht.
Von Tibor Rado (1962) stammt ein Beispiel einer einfachen nicht-berechenbaren Funktion. Für eine gegebene Anzahl n betrachtet man Turing-Maschinen mit n Zuständen (Stopzustand wird dabei nicht gezählt), die beginnend auf einem leeren Band irgendwann anhalten. Die Funktion S(n) soll die maximale Anzahl Markierungen (nicht notwendigerweise zusammenhängend) bestimmen, die eine Turing-Maschine mit n Zuständen auf dem Band hinterlassen kann, bevor sie anhält. Solche Turing-Maschinen werden "fleissige Biber" genannt. Die Funktion ist zwar wohldefiniert, aber schon für kleine n (ab 5, 6, ...) ist der Wert von S(n) nicht bekannt. Der fleissige Biber mit 4 Zuständen hinterlässt 13 Markierungen auf dem Band. Heiner Marxen zeigte, dass der fleissige Biber mit 5 Zuständen mindestens 4098 Markierungen auf dem Band und der fleissige Biber mit 6 Zuständen mindestens 1.29*10865 Markierungen hinterlässt. In Dewdney's "Der Turing Omnibus" wird ein Resultat von M. W. Green von 1964 zitiert, das eindrücklich zeigt, was "unberechenbar" bei diesem Beispiel heisst: Für jede berechenbare Funktion f gilt für alle Werte von n: f(S(n)) < S(n+1). Das heisst, S(n) wächst schneller als jede berechenbare Funktion!
Quellen:
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