Gletscher der Welt

Eis in Bewegung

Gletscher fliessen unter dem Einfluss der Schwerkraft. Dies geschieht durch Gleiten über das Gletscherbett oder interne Deformation des Eises. Diese Prozesse führen zu einer Vielzahl an Erscheinungen auf der Gletscheroberfläche, wie Gletscherspalten und anderen Strukturen.

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Das flach einfallende Licht der Mitternachtssonne über Axel Heiberg Island, kanadische Arktis, hebt die Oberflächenstrukturen und Gletscherspalten des White Glacier (im Vordergrund) und des Thompson Glacier (im Hintergrund) hervor. JA
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Svinafellsjökull ist ein Auslassgletscher der Oræfajökull Eiskappe im südlichen Island. Unterhalb eines Eisfalls bilden sich bogenförmige Strukturen, so genannte Ogiven. Diese zeigen sehr schön, wie das Eis in der Mitte schneller fliesst als an den Seiten. JA
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Schnell fliessende, kalbende Gletscher zeichnen sich durch besonders viele Spalten aus. Der Kronebreen, NW-Spitsbergen, fliesst an die 700m pro Jahr. Das Labyrinth von Spalten auf seiner Oberfläche macht Überquerungen unmöglich. MH
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Schnell fliessende Gletscher, wie der längste Gletscher in Nordamerika, der Hubbard Glacier (im Vordergrund), und der Valerie Glacier (im Hintergrund), sind typischerweise sehr stark von Spalten durchsetzt. MH
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Schöne Mittelmoränen auf dem Edward Bailey Glacier, Milne Land, Ostgrönland. Man beachte das Zusammenfliessen zweier Eisströme mit Schutt an den Seiten (Seitenmoränen), die sich dann zu einer Mittelmoräne vereinigen. MH
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Viele Gletscher entwickeln markante Strukturen, die so genannte Foliation. Sie wird durch unterschiedlichen Ablation an der Oberfläche hervorgehoben. Comfortlessbreen in der Engelskbukta, W-Spitsbergen. MH
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Innerhalb des Gletschers verformt sich das Eis plastisch. Bestehende Schichten können gefaltet werden. Griesgletscher in den Schweizer Alpen. MH
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Falten im Eis kann man besonders gut an einer senkrechten Gletscherstirn beobachten. Thompson Glacier, Axel Heiberg Island, kanadische Arktis. MH
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Während eines Surge (Phase ausserordentlich schneller Bewegung) des Variegated Glaciers in Alaska wurde das Eis nicht nur gefaltet, sondern auch verworfen. Die diagonalen Linien von unten rechts nach oben links sind Überschiebungen. MH
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Gletscher mit einem Eisfall entwickeln oft Strukturen, die man Ogiven nennt, gekrümmte helle und dunkle Streifen, die das Fliessen des Eises sichtbar machen. Bas Glacier d’Arolla, Wallis, Schweiz. MH
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In seltenenen Fällen kann man das Gleiten unmittelbar beobachten. Während einer frostig kalten Nacht gebildete Eiszapfen wurden verbogen, sind aber nicht abgebrochen, während sich das Eis langsam über den Untergrund bewegte. Am Nevado Pisco, Peru. JA
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Deformationsmessung unter dem Glacier du Tsanfleuron, Schweiz, mit elektronischen Geräten. Subglaziale Hohlräume bilden sich vor allem hinter Geländestufen, über die das Eis fleissen muss. MH
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Stark von Spalten durchsetzte Akkumulationsgebiete sind typisch für Gletscher mit viel Schneeniederschlag. Der grosse Massenumsatz erzeugt schnelles Fliessen. Fox Glacier, South Island, New Zealand. MH
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Gletscherspalten treten in Zonen mit beschleunigter Bewegung gehäuft auf. Diese Querspalten bilden sich zuerst als dünne Risse und werden weiter gletscherabwärts immer breiter. Glacier de Saleina, Wallis, Schweiz. MH
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Gespeist von starkem Schneefall, fliesst dieser spaltenreiche Gletscher relativ schnell den steilen Abhang herunter, und es gibt unzählige Spalten. Sich überschneidende Spalten bilden Eistürme, so genannte Séracs. Glacier des Bossons, Französische Alpen. MH
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Auskundschaften einer Gletscherspalte, tief in der Erebus Gletscherzunge, McMurdo Sound, Antarktis. MH
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Das Ablationsgebiet des Matanuska Glaciers, Alaska, zeigt wie Gletscherspalten in dieser Zone kurz nach dem Entstehen wieder wegschmelzen. MH
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Der riesige Bering Glacier zeigt geschwungene Mittelmoränen, welche von mehreren Surges in der Vergangenheit zeugen. Dieser Gletscher (5200 km2) ist eines der grössten Gletschersysteme in Nordamerika. MH
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Surges sind ein relativ seltenes Phänomen, und verändern den Gletscher vorübergehend stark. Hier wurde die Oberfläche bei Eisgeschwindigkeiten von bis zu 60 Metern pro Tag völlig zerrissen. Variegated Glacier, Alaska. JA
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Polythermale Gletscher in der Hocharktis neigen zu Surges, aber nur etwa alle 100 Jahre. 1996 befand sich der Fridtjofbreen, Belsund, W-Spitsbergen, in einer Surge Phase. MH
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Der Iceberg Glacier auf der Axel Heiberg Island ist ein Surge-Gletscher, erkennbar an den geschwungenen Moränen und an der löchrigen Oberfläche (entstanden durch Schmelzwasserströme in stagnierendem Eis).
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Landsat-Bild (Falschfarben) des Malaspina Glacier, Alaska. Der Gletscher ist weiss und blau. Spektakuläre Faltstrukturen sind das Resultat von Surges und Kompression in der Strömungsrichtung. Rot zeigt Vegetation an, welche in den tiefsten Lagen sogar auf Eis gedeiht (NASA, 31.8.2000).
  
Fotos: Michael Hambrey (MH), Jürg Alean (JA)