Pizolgletscher

Pizolgletscher und Karseen

Lage: 748.600 / 203.000; Länge 1973, Schweizerisches Gletscherinventar: 600 Meter, 2003 gemäss Landeskarte der Schweiz 1:25'000: 360 Meter; Exposition: Nord; Fläche 1973 gemäss Schweizerisches Gletscherinventar: 0.21 km2, 2003 gemäss Landeskarte der Schweiz 1:25'000: 0.09 km2.

Der Pizolgletscher ist ein kleiner Rest eines Kargletschers, kurz vor dem vollständigen Abschmelzen, an dem seit 1893 die jährlichen Längenveränderungen (=> Schweizerisches Gletschermessnetz) und in den letzten Jahren auch Massenbilanzmessungen durchgeführt werden (=> Matthias Huss, VAW, ETHZ, noch nicht publiziert).

Pizolgletscher und Karseen
Pizolgletscher am 8.8.2012, Teleaufnahme Foto H. Aeschlimann.
Pizolgletscher und Karseen
Pizolgletscher; beachte den mittelmoränenartigen Schuttstreifen. Foto H. Aeschlimann, 8.8.2012
Pizolgletscher und Karseen
Stark ausgeaperter Pizolgletscher und sein Vorfeld mit grösseren Schneefeldern. Foto H. Aeschlimann, 8.8.2012
Pizolgletscher und Karseen
Firnstratigraphie mit auffälligen Diskordanzen. Foto H. Aeschlimann, 8.8.2012
Pizolgletscher und Karseen
Pizolgletscher am 13. September 2006 aus Richtung Norden. Sowohl im oberen als auch unteren Gletscherteil sind Firnschichtungen erkennbar, zum Teil diskordant übereinander lagernd. Rechts oben Pizol, 2844.0m. Foto M. Huss.
Pizolgletscher und Karseen
Blick vom Pizolgletscher gegen Wildsee; durch den Schwund haben sich vor der Gletscherstirn zwei neue, kleine Seen gebildet. Beim Rucksack: Stangen für Ablationsmessung (vom 13.9.2006 bis zum 3.9.2007 sind 3.2 Meter Eis abgeschmolzen). Foto M. Huss.
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Akkumulationsmessung auf dem Pizolgletscher: Das mit der Federwaage ermittelte Gewicht und das bekannte Volumen der zylindrischen Schneeprobe ergeben die mittlere Schneedichte. Vergleiche nächstes Bild!
Pizolgletscher und Karseen
Dichteprofil und Mächtigkeit der seit dem Vorjahr gefallenen Schneeschichten ergibt den Massenzuwachs an dieser Stelle. Im April 2006 lag im Mittel rund 4m Schnee auf dem Gletscher, im April 2007 rund 3m. Fotos M. Huss, 2. April 2007.
Pizolgletscher und Karseen
Ausschnitt aus der Siegfriedkarte von 1889; Massstab im Original 1:50'000; Gitterweite 2km. Blaue Höhenlinien zeigen Gletscherflächen an (allerdings ist der Ausaperungsgrad zur Zeit der topographischen Vermessung nicht bekannt. Hell orange überlagert: Ausdehnung des Gletschers gemäss LK 1970; dunkel orange: Ausdehnung gemäss LK 2003.
Pizolgletscher und Karseen
Teleaufnahme von Schwarzplangg, 2.5 km nördlich, 16. Oktober 2007: Obwohl der Gletscher leicht durch frühen Herbstschnee verdeckt ist, sind der kleinere, obere Gletscherteil (mehrheitlich im Schatten), sowei der grössere, untere (Bergsteiger, Wegspuren, unterhalb einiger Querspalten) gut erkennbar.
Pizolgletscher und Karseen
Überblicksaufname von Wildseeluggen, 16. Oktober 2007: Rechts unterhalb des Pizolgletschers und hinter dem Wildsee sind mächtige Endmoränen erkennbar. Diejenigen am hinteren Seerand sind späteiszeitlich. In der Kleinen Eiszeit erstreckte sich der Pizolgletscher noch etwa bis zu den tiefsten im Bild erkennbaren Schneeresten.
Pizolgletscher und Karseen
Ausschnitt aus dem nördlichen Gipfelgrat des Pizol (Graue Hörner): Sie befinden sich oberhalb der Schliffgrenze, bildeten in den Eiszeiten Felsinsel (Nunatakker), und sind deshalb starker Verwitterung ausgesetzt. So entstand unter anderem das kleine Felsenfenster (rechts der Bildmitte).
Pizolgletscher und Karseen
NW der Wildseeluggen staut ein Felsriegel den Wildsee. Die Felsoberfläche zeigt mannigfaltige Gletscherschliffe: die Fliessrichtung es Eises war von links nach rechts. Die rundgeschliffenen Formen kontrastieren zu den kantigen Graten der Grauen Hörner, oberhalb der Schliffgrenze.
Pizolgletscher und Karseen
Teleaufnahme von Wildseeluggen über Gletscherschlife im Vordergrund (Fliessrichtung des Eises von links nach rechts), zum Glärnisch (rechter Gipfel: Vrenelisgärtli, 2903.9m). Nahe der Bildmitte: Guppenfirn mit Eisabbrüchen.
Pizolgletscher und Karseen
Fischaugenaufnahme des gesamten Gletscherkars nördlich der Grauen Hörner und südlich der Schwarzen Hörner. Im Vordergrund scharfkantige Bergsturztrümmer vom nördlichsten Gipfel der Schwarzen Hörner (Sichlen).
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Fernsicht (Teleaufnahme) zum Surenstock / Piz Sardona (3055.8m): Links unten der kleine Sardonagletscher.
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Blick vom Feldsriegel am Ausgang des Wildsees Richtung NNW zum Schottensee, der seinerseits von einem Riegel gestaut wird. Der eiszeitliche Gletscher floss somit über zwei Stufen, und die Tiefenerosion bildete im Verlauf des Eiszeitalters hintereinander zwei Kare. Hinten Churfirsten (vergl. nächstes Bild).
Pizolgletscher und Karseen
Teleaufnahme von drei Churfirsten-Gipfeln, von links nach rechts: Frümsel (2267m, Brisi, 2279m und Zuestoll, 2235m). Die auffälligen Einkerbungen zwischen den Gipfel sind nach Norden (hinten) offene Kare, deren südlicher Felsabschluss durch die Erosion des Walenseetals (im Bildvordergrund) entfernt wurde.
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Am Ufer des Schottensee, Blick Richtung Westen zum Hochwart. Wiederum ist der Kontrast der Formen offensichtlich: Glazial überschliffener, rundlicher Felsriegel am hinteren Seeufer, kantige Hörner ohne glaziale Überprägung am Horizont.
Pizolgletscher und Karseen
Ein Grundwasseraufstoss im kleinen, namenlosen See nördlich des Schottensees bildet in den Lockersedimenten eine kraterförmige Vertiefung (Durchmesser einige 10 Zentimeter).
Pizolgletscher und Karseen
In einem weiteren Kar an der Nordseite der Schwarzen Hörner befindet sich der Schwarzsee (die so genannte Fünf Seen-Wanderung führt vom Wangser über Wild-, Schotten-, Schwarz- zum Baschalvasee). Links hinten Silvrettagruppe mit mehrern Gletschern (vergl. nächstes Bild).
Pizolgletscher und Karseen
Fernsicht (Teleaufnahme) auf die Gletscher der Silvrettagruppe: Links der zweiteilige Klostertaler Gletscher, Mitte: Silvrettagletscher (mit Aufwölbung), Chammgletscher (länglich) und Verstanclagletscher (mehrheitlich im Schatten).
Pizolgletscher und Karseen
Tiefblick von Baseggla auf den Baschalvasee und das St. Galler Rheintal. Die nächstgelegenen Ortschaften sind von links nach rechts: Sargans, Wangs (teilweise verdeckt) und Vilters.
Pizolgletscher und Karseen
Der Steinmann markiert diejenige Stelle, wo sich der eizeitliche Rheingletsscher, von rechts kommend, teilte: der grössere Arm floss im Bild durch das Rheintal nach oben (Norden), der kleinere nach links. Die Eismassen brandeten dabei gegen den Gonzen (markante Felswand). Beachte die zwei Antiklinalfalten in mesozoischen Kalken des Helvetikums.
Fotos ab 2. Bild der dritten Reihe: Jürg Alean, 16. Oktober 2007