Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld

Der Vergleich Fotos von 1985, 2002 und 2015 zeigt eindrücklich die Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld.

Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1900, Aufnahme 1985
Seit 1900 hat sich ein offener Lärchenwald entwickelt.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1900, Aufnahme 2002
Die Lärchen (Larix decidua) wachsen sowohl in die Breite als auch in die Höhe.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1900, Aufnahme 2015
Auch die Markierungen entlang des Weges ändern sich im Lauf der Zeit...
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1920, Aufnahme 1985
Arven (Pinus cembra, dunkelgrün) besiedeln das Gelände meist später als Lärchen.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1920, Aufnahme 2002
Zwischen der Arven und den Lärchen breitet sich alpiner Rasen aus.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1920, Aufnahme 2015
Nach mehreren Jahrzehnten wird hier Arvenwald überhandnehmen.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1940, Aufnahme 1985
Seit 1940 haben sich mehr als mannshohe Lärchen etabliert.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1940, Aufnahme 2002
Inzwischen verdecken Lärchen die Sicht auf den Morteratschgletscher.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1940, Aufnahme 2015
Auf die Lärchen folgen mit mehreren Jahren Verzögerung erste Arven.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1950, Aufnahme 1985
Zwischen Weiden und Grünerlen tauchen die ersten, noch unscheinbaren Lärchen auf.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1950, Aufnahme 2002
Die grössten Lärchen übertreffen inzwischen die Weiden beträchtlich an Höhe.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1950, Aufnahme 2015
Die Gletscherzunge wird von der üppigen Vegetation vollständig verdeckt.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1960, Aufnahme 1985
Seit 1960 vermochten sich noch kaum Nadelbäume zu etablieren.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1960, Aufnahme 2002
Zwischen grossgewachsenen Weiden und Grünerlen erscheinen erste Lärchen.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1960, Aufnahme 2015
Wuchernde Weiden und Grünerlen erschweren immer mehr den Zugang zum Fotostandort.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1970, Aufnahme 1985
Innerhalb von 15 Jahren konnten sich Flecken alpinen Rasens mit zahlreichen Alpenblumen etablieren.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1970, Aufnahme 2002
Die Bodenbedeckung nimmt zu. Auch Weiden, Grünerlen und eine erste Lärche kolonisieren das Gelände.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1970, Aufnahme 2015
Während die Lärchen zu imposanter Grösse heranwachsen schwindet die Zunge des Gletschers immer mehr.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1980, Aufnahme 2002
Diese Stelle befand sich 1970 noch unter viele Meter dickem Eis.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 1980, Aufnahme 2015
Die Lärche am rechten Wegrand gedeiht - im Gegensatz zum Gletscher - prächtig.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Bei den jeweiligen Gletscherständen wurden 2002 die Höhen der grössten Lärchen und Arven geschätzt und gemittelt. Die Arve braucht gegen 40 Jahre um sich anzusiedeln. Die Lärche erscheint hingegen schon nach etwa 10 Jahren.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 2000, Aufnahme 2002
Im seit nur zwei Jahre eisfreiem Gelände sind noch kaum Pionierpflanzen zu finden.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Gletscherstand 2000, Aufnahme 2015
Inzwischen haben sich Bergweiden und auch grössere Bergblumen angesiedelt.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
2002 wurde der Grad der Bodenbedeckung durch Vegetation geschätzt. Stellen mit grossen Felsblöcken (>0.4m) wurden gemieden. Sie erreicht nach einem Jahrhundert 85%. Auch ausserhalb der Moränen der Kleinen Eiszeit (<1900) ist sie nicht wesentlich höher.
Sukzession der Vegetation im Gletschervorfeld
Morteratsch und Vulkan Mount St. Helens
Die Idee, die Entwicklung der Vegetation im Gletschervorfeld zu dokumentieren entstand am Vulkan Mount St. Helens, USA. Bei dessen Ausbruch von 1980 wurden grosse Waldflächen vernichtet. 1988 fotografierte J. Alean den Stand der beginnenden Wiederbesiedlung durch die Vegetation. 2001 wurden die Aufnahmen wiederholt. Vergleiche auf STROMBOLI ON-LINE, Abschnitt Mt. St. Helens, Kapitel «Neues Leben». Die Baumgrenze ist am Mount St. Helens auf etwa 1500m.ü.M also tiefer im Engadin.